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Das Lipödem – Krankheitsbild

Das Lipödem ist eine symmetrische Fettverteilungsstörung der unteren und oberen Extremitäten sowie dem Gesäss. Das Lipödem ist immer schmerzhaft. Eine Adipositas löst kein Lipödem und gleichermassen löst ein Lipödem keine Adipositas aus. Häufige Gewichtsschwankungen oder eine Gewichtszunahme befeuern jedoch ein Lipödem. Die Krankheit betrifft fast ausschliesslich Frauen. Phasen hormoneller Veränderungen wie die Pubertät, Schwangerschaft und die Wechseljahre werden von den Patientinnen häufig als Zeitpunkt der ersten Symptome wahrgenommen. Die genauen Ursachen der Krankheit sind nach wie vor nicht erforscht. In vielen Fällen gibt es ähnliche Vorgeschichten von anderen Familienmitgliedern oder nahen Verwandten.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie, e.V.: S2K-Lipödem, 5.0, 2024.

NEWS:
Die Leistungsvorgaben der Krankenkassen (BAG) für eine «Liposuktion zur Behandlung von Schmerzen beim Lipödem» wurde bis zum 31.12.2028 verlängert!

Aktuelle Leistungsvorgaben der Krankenkassen (BAG)

Liposuktion zur Behandlung von Schmerzen bei Lipödem:
Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) Anhang 1 – Seite 1 (Stand: 01.07.2026)

Kompressions-Therapiemittel Rundstrick:
Mittel- und Gegenständeliste (MiGel) – Position 17.02 (Stand: 01.01.2026)

Kompressions-Therapiemittel Flachstrick:
Mittel- und Gegenständeliste (MiGel) – Position 17.15 (Stand: 01.01.2026)

Häufig gestellte Fragen

Ein Fachspezialist in Angiologie, Phlebologie, im allgemeinen Gefässspezialisten.

Nein, Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer.

Bei manchen PatientInnen verändern sich die betroffenen Extremitäten innert kurzer Zeit. Bei anderen wiederum entwickelt sich die Krankheit langsam über einige bis viele Jahre oder schubweise.

Bis zum heutigen Zeitpunkt weiss man, dass der Verlauf der Erkrankung mit einer konservativen Behandlung und/oder mit einer Liposuktion deutlich verbessert, jedoch nicht geheilt werden kann.

Der Schmerz wird laut der aktuellen Lipödem Leitlinie S2k vom 22.01.2024 als Leitsymptom bezeichnet.

Die konservative Therapie beinhaltet:

  • Medizinische Lymphdrainage, sofern Wassereinlagerungen vorhanden sind. Mit anschliessender Bandagierung der betroffenen Extremität.
  • Kompressions-Bestrumpfung. Diese wirkt nur bei konstanter Anwendung.
  • Hautpflege
  • Anpassung der Ernährung und Gewichtsregulation
  • Ausreichend Bewegung, mind. 30 Minuten intensive Bewegung pro Tag.
  • Selbstmanagement

Die invasive Behandlung beinhaltet:

  • Liposuktion (Fettabsaugung der betroffenen Extremität)
  • Anschliessende Lymphdrainage und Kompressionsversorgung.
  • Für ein langanhaltendes Resultat ist es empfehlenswert auch nach der Abheilungszeit weiterhin eine Kompression zu tragen.

Im Austausch mit anderen Betroffenen, z.B. in einer regionalen Lipödem-Selbsthilfegruppe. In der Beratungsstelle der Vereinigung Lipödem Schweiz. Siehe Rubrik «Selbsthilfegruppen» und «Eigene Beratungsstellen»

Eine maschinelle Lymphdrainage (apparative intermittierende Kompression) kann eine sinnvolle Ergänzung zur manuellen Lymphdrainage sein. Ob die Lymphdrainage zielführend ist bei einem Lipödem, entscheidet der Facharzt.

Im Orthopädiegeschäft werden Sie bezüglich Kompression beraten. Nicht alle Orthopädiegeschäfte bieten jedoch Flachstrick Kompression an. Unsere Beratungsstelle kann Ihnen gerne weiterhelfen, in Ihrer Region einen Anbieter zu finden.

Immer das Orthopädie Geschäft kontaktieren und so schnell wie möglich einen Termin vereinbaren. Die Fachperson schaut, an was es liegen könnte. Evtl. muss neu ausgemessen werden. Ebenfalls kann es an der Anwendung oder bei der Produktion liegen.

  • Flachstrick Versorgungen sind persönliche Anfertigungen. Es steckt viel Handarbeit dahinter.
  • Es ist wichtig, dass am Morgen ausgemessen wird, wenn man noch nicht lange auf den Beinen war.
  • Bei einem zusätzlichen Lymphödem muss die Extremität vor dem Ausmessen bestmöglich entstaut werden. (Physikalische Entstauungstherapie KPE)
  • Pflege der Kompressionsversorgungen: täglich waschen.
  • Ein Strumpf, der nicht regelmässig gewaschen wird, kann rutschen, verliert seine Wirkung und Kompression. Hautschuppen, Schweiss, Talg und Rückstände von Pflegeprodukten hängen in den Maschen fest und machen das Gestrick unelastisch und starr. Der Strumpf wird anfällig für Defekte.
  • Mindestens einmal in der Woche den Strumpf zusätzlich in der Waschmaschine waschen. Feinwaschprogramm mit Feinwaschmittel.

Wichtig: ohne Weichspüler (Conditioner) max. bei 40 Grad warmen Wasser.

  • Eigenverantwortung: Eine Kompressionstherapie wirkt nur dann, wenn man sie trägt! «Sie tragen die Kompression Ihnen und Ihrer Gesundheit zuliebe, nicht weil es jemand anderes sagt».

Für das Lipödem Grad 2 – 3 sind aktuell keine Angaben für eine Limitation in der MiGeL unter der Position Nr. 17.15 aufgeführt. (MiGeL vom 1. Januar 2026, abgerufen 24.01.2026)

MiGeL – Mittel und Gegenständeliste des BAG

Zwei Paar. Unter der Positions Nr. 17.02 ist das Lipödem als Indikation nicht aufgeführt. (MiGeL vom 1. Januar 2026, abgerufen 24.01.2026)

Die Bandagierung unterstützt einerseits den venösen Rückfluss, steigert andererseits den lymphatischen Rückfluss und dient zusätzlich der Erweichung von Fibrosen - Veränderung in der Hautkonsistenz.

(Quelle wittlinger-therapiezentrum.com abgerufen 24.01.2026)

Ebenfalls ist die Bandagierung ein wichtiger Bestandteil der komplexen Physikalischen Entstauungstherapie (KPE) und wird nach einer Lymphdrainage angewendet, um das Volumen von den ödematösen Gliedmassen zu reduzieren. Ist die maximale Reduzierung erreicht, wird eine persönlich angepasste, meist flachgestrickte Kompressionsversorgung ausgemessen, die lebenslang getragen wird. Ob die Lymphdrainage zielführend ist bei einem Lipödem ohne zusätzliches Ödem, entscheidet der Facharzt.

 

Tägliche, über einige Wochen, manuelle Lymphdrainage mit anschliessender Bandagierung (Lymphologische Kompressionsverbände). Als erstes werden die Gliedmassen damit entstaut und die Umfänge reduziert. Anschliessend folgt die Erhaltungsphase, um das Ergebnis zu erhalten. Die Erhaltungsphase muss konsequent und lebenslang eingehalten werden, damit sich das Ergebnis sich nicht wieder verschlechtert. In der Erhaltungsphase werden flachgestrickte Kompressionsstrümpfe getragen. Das Intervall der Lymphdrainage kann je nach Bedarf angepasst werden.

  • Darüber sprechen z.B. mit Freunden, Familie oder mit anderen Betroffenen in regionalen Selbsthilfegruppen oder Chat der Vereinigung Lipödem Schweiz.
  • Ausgewogene Ernährung z.B. «Anti Inflammatorisch»
  • Ausreichend Bewegung mit Kompression
  • Bewegung in nicht zu warmen Wässern
  • Gute Hautpflege, denn durch das Tragen von Kompressionsstrümpfen kann es zu Hautirritationen kommen.
  • Wechselduschen, weiche Bürstenmassagen
  • Spaziergänge in der Natur
  • Psychohygiene – was, wer tut mir gut? Meiden was nicht gut tut.
  • Einengende Kleider vermeiden
  • Konsequent Kompressions-Bekleidung tragen
  • Bei länger andauernder depressiver Verstimmung oder Depression Hilfe beim PsychologenIn holen.

  • Schwimmen
  • Aquafit
  • Trampolin springen, mit Kompression
  • Walken, Wandern, Spazieren, Velofahren usw. alles, was gefällt, Spass macht und guttut. Wichtig immer mit Kompression.
  • Ausdauer- und Krafttraining, mit Kompression

An heissen Tagen, die Beine mit oder ohne Kompression kühl abduschen. Das kühlt wunderbar und erfrischt bis die Kompression wieder trocken ist.

Kurze oder lange Hosen, Kleider aus luftigen Materialien. Natürliche Fasern wie, Leinen, Viskose, Lyocell (Tencel), Baumwolle usw., sind synthetischen Materialen vorzuziehen. Locker sitzende Bekleidung ist idealer als enganliegende.

In Lipödem Selbsthilfegruppen, Facebook Chat oder im exklusiven Mitglieder-Chat der Vereinigung Lipödem Schweiz. Siehe unter Rubrik «Selbsthilfegruppen»

Für Rat suchende unter der Rubrik «Eigene Beratungsstellen»